Henry Reyels
We all should be in Love Tonight
Hier sind die neuen Aufnahmen von Henry Reyels. Wer sich in seiner Umgebung aufhält, hat das Glück, auch seine bisherigen Aufnahmen zu kennen, die alle ausschließlich im Privatverlag erschienen. Independent-Ecke? Ich behaupte ja und behaupte nein. Ja, weil Reyels seine Songs zuhause aufnimmt, nein, weil das auch gleich alles ist, was an seiner Musik independent ist.
Songwriting - wenn es denn eine Überschrift braucht. Es braucht keine. Es geht hier um Musik. 12 Songs erzählen aus einem Leben. Da hören wir zu. Wir hören und glauben jedes Wort und nicken hier und dort. Eigentlich nicken wir die ganze Zeit. Warum es so schön ist, auf diesem fremden Stück Straße mitzugehen, weiß ich nicht. Wir tun es immer wieder. Und wissen auch bald nicht mehr, ob das nicht doch unsere eigenen Songs sind. Da sind wir auch ein bisschen stolz. Solche Komplimente müssen erst einmal gemacht werden.
Reyels sucht seine Songs nicht, sondern tut, was er nicht lassen kann. Hier spricht man am besten von Dringlichkeit. Dies, was seine Arbeit als Songwriter betrifft. Wie auch im Text: "...pacing 'round the room, on a restless afternoon - picking something up, laying something down..." (aus "Nowhere left to go but stay"). Wie könnte es uns anders ergehen? Alltägliches lässt sich nicht überspringen. Es ist immer wieder da und will überstanden werden.
Reyels' Songs spielen an keinem geringeren Ort als dem eben Erwähnten. Wer Angst kriegt, kennt sich aus. Auch, wer sich freut.
Alle Instrumente und Songs by Henry Reyels. Alles der Reihe nach eingespielt. Keine Tricks. Volle Aufmerksamkeit bitte auf die bemerkenswerte Besen-Arbeit auf "Nowhere left to go but stay". Da spielt einer, der weiß, was er will - mit kleinsten Mitteln ins Ziel. Und: Ach! Was für eine Stimme auf "We had the best of time"!
In Berlin werden viele Songs aufgenommen. Hier also eine empfehlenswerte Auswahl.
M. Baumgartner
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