Locas in Love
Saurus wurde zwischen Sommer 2005 und Herbst 2006 aufgenommen. Einige Stücke wurden geschrieben, als unser erstes Album, What Matters Is The Poem, im Spätsommer 2004 gerade fertig war, andere kamen erst in letzter Minute dazu. Dass es so lange gedauert hat, dieses Album fertig zu kriegen, hat nichts mit Trägheit zu tun, sondern viel mehr damit, dass wir nie wieder etwas veröffentlichen wollten, womit wir nur halb zufrieden sind. Also verwarfen wir immer wieder Sachen, oder fingen sie zumindest immer wieder neu an. Wir brachten uns das Nötigste bei, uns selber aufzunehmen und arbeiteten immer weiter, bis in den ersten Monaten des Jahres 2006 die Dinge langsam an ihrem Platz waren und ein Ereignis das nächste jagte (es folgt die dann-und dann-und dann-Liste).
Im Februar spielten wir ein paar Konzerte mit Arab Strap, wenig später erschien unsere unbenannte EP auf Sitzer, auf die wir bis heute sehr stolz sind, da sie (bis hin zur Verpackung) die Neuentdeckung des Alles-Selbermachens markiert. Wir gaben ein Konzert mit einem Orchester, in dem hauptsächlich Schüler spielen, und waren erstaunt, wie majestätisch unsere Stücke klingen können. Kurz darauf wurden wir zum Popfest New England, in Northampton, MA eingeladen. Wir sagten pfeilgerade zu und begannen, nach Studios in der Gegend zu suchen, schließlich sollten sich der Flug und weite Reise lohnen. (Ohnehin schien es uns vernünftig, den Stücken ihren letzten Schliff unter angemessen größenwahnsinnigen
Umständen zu geben.) Wir riefen Peter Katis an, dessen Band Philistines Jr wir genauso mögen wie seine Arbeit mit Bands wie Clem Snide, Spoon, Interpol oder The National und verabredeten uns für Oktober.
In der Zwischenzeit nahmen wir weiter auf und verfeinerten das, was wir als reduzierten Bombast empfinden und bezeichnen: leise Momente, bei denen einem der Atem stockt und weit ausholende Gesten wo sie uns angebracht schienen; unterstützt von Peer von der Band Mobilé (er schrieb Streicherund Bläserarrangements für einige Stücke), Musikern aus dem Orchester und Freunden, Malcolm> Middleton von Arab Strap spielte ein Gitarrensolo und wir stellten einen Kinderchor zusammen, weil wir das Gefühl hatten, daß es ohne nicht geht.
Die Zeit in Peter Katis’ Studio können wir schlecht beschreiben ohne (Außenstehende) mit ständiger Verzückung zu langweilen. Dasselbe gilt für unsere USA-Konzerte, deren Erfolg uns noch immer überraschend und unwirklich erscheint. Der ganze Ausflug war der unerwartete vorläufige Endpunkt für die komplette Entwicklung, die mit Saurus dokumentiert wird.
Wir könnten noch ewig weiterschreiben und alles Mögliche erzählen, was für uns zu diesem Album gehört. Aber wir wollen Saurus schließlich niemandem erklären sondern glauben, daß alles Weitere irgendwie in den Stücken steckt.
Viele Grüße, Locas In Love
Stefanie Schrank, Björn Sonnenberg, Jan Niklas Jansen, Maurizio Arca